Eins und Eins ist ein Ganzes

Ich bin Sandra, und ich bin Ronny. Aus ICH und ICH ist jetzt WIR geworden. Ja, wirklich – wir haben uns getraut. Am 11. September 2021 haben wir zwei uns das Eheversprechen vor Gott gegeben.

Aber von vorn. Wir wohnen im Martinshaus. Als Paar kennt man uns im Kloster schon einige Jahre. Und irgendwann hatten wir den Wunsch, „mein Mann“ und „meine Frau“ zueinander zu sagen. Das ist uns wichtig. Also haben wir mit Menschen gesprochen, die uns gut kennen, uns betreuen, uns begleiten. Denn wir wussten, wir werden viel Hilfe brauchen, um diesen wundervollen Festtag vorzubereiten.

Es gibt für eine Hochzeit viel zu organisieren. Und es sind tausend Dinge notwendig. Eine Kirche, nicht zu riesig, aber auch nicht zu klein, für den Gottesdienst und die Trauung. Einen Pfarrer oder Kaplan. Schöne Sachen (Brautkleid und Anzug, am besten mit Fliege). Ringe. Gäste, die mitfeiern. Eine Gaststätte, nach Möglichkeit mit Saal. Blumen, Sitzplatzkärtchen, Friseurin, Hochzeitsauto (schön poliert und glänzend), Ministranten, Fotografen … und, und, und.

Seit Herbst vergangenen Jahres hat uns Herr Kaplan Bulisch aus Ostro bei der Ehevorbereitung begleitet. Er hat uns viel von Gott erzählt. Davon, was in der Ehe wichtig ist. Was neu sein wird auf unserem gemeinsamen Weg und worauf wir besonders aufpassen sollen. Denn, wir wollen nun noch mehr Verantwortung füreinander übernehmen.

Was für eine Aufregung war das, als wir Sachen für den großen Tag kaufen waren, getrennt natürlich. Denn keiner sollte den anderen vor der Hochzeit sehen. Was es zum Hochzeitskaffee und Abendbrot geben sollte, haben wir ziemlich genau gewusst und waren vier Wochen vorher bei Herrn Kubitz. Ihn kennen wir schon viele Jahre. Sehr praktisch, denn er hat eine Gaststätte (mit Saal) und immer gutes Essen. Hier konnten wir alles bestellen, was wir unseren Gästen anbieten wollten. Herr Kubitz hat gesagt, dass er alles tun wird, damit wir einen unvergesslichen Tag haben.

Die Spannung stieg, als der August und damit unser Urlaub langsam zu Ende ging. Es gab noch einige Dinge zu klären. Und wir hatten an unsere „Helfer“ noch viele, sehr viele Fragen. Sicherlich haben sie uns unsere Aufregung angemerkt. Uns gaben sie immer das Gefühl, wir liegen gut im Plan, alles ist organisiert. Und trotzdem denken wir, auch sie (unsere „Helferinnen“ und „Mitvorbereiter“) waren aufgeregt, mindestens so sehr wie wir zwei.

Am Dienstag vor der Trauung kamen Freundinnen und Freunde vorbei. Sie haben vor unserer Haustür Schüsseln, Teller und Tassen zerschlagen. Um uns Glück zu bringen, haben sie gesagt. Und sie haben uns zur Ehre gesungen. Danach gab es was zu Essen und zu Trinken. Und wir haben aufräumen müssen, alle Scherben, alleine. So will es der Brauch. Wir haben es geschafft.

Heute ist nun der Hochzeitstag. Und damit wir recht schön sind, kommt auch vormittags eine Friseurin. Die zaubert uns beiden wunderschöne Frisuren. Toll. Nach Mittagessen ist uns nicht wirklich zumute. Aber unsere Mitbewohner, die sich auch gleich noch schick machen, lassen es sich schmecken. Das mit dem Anziehen klappt gut. Haben wir auch vorher geübt. Ich, Ronny, fühle mich in meinem Anzug super. Und darf jetzt zu meiner Sandra. Und als ich sie in ihrem weißen Kleid sehe, kullern auch ein paar Tränen. Ich, Sandra, sehe meinen Ronny nun zum ersten Mal im neuen Anzug. Und weil meine Freude immer von herzlichem Lachen begleitet wird, tue ich es jetzt auch. Wunderschön, wir zwei. Nach dem Aussegnen geht es vor das Martinshaus. Hier werden wir schon erwartet. Viele sind gekommen. Uns anzuschauen, Glück zu wünschen. Mit dem Hochzeitsauto fahren wir nach Ostro zur Kirche. Hier dürfen wir durch ein Spalier all unserer Gäste schreiten. An der Tür empfängt uns Herr Kaplan Bulisch. Wir folgen ihm und dürfen ganz vorn sitzen, in der Mitte. Und die Orgel spielt so schön. Viele Überraschungen warten auf uns. Die Schola (wir zwei haben da auch schon mitgesungen) singt und tanzt. Herr Kaplan Bulisch predigt in einfacher Sprache und mit Bildern von der Ehe. Und segnet dann die Ringe. Wir zwei stehen vorn, ganz dicht beieinander. Das gibt Sicherheit. Und halten uns die Hände, sagen beide JA und stecken uns die Ringe an. Und sind jetzt Frau und Mann. Wir singen alle gemeinsam zum Lob Gottes. Wundervoll, traumhaft, schön. Und zum Schluss kommen alle Gäste nach vorn und gratulieren uns, wünschen viel Glück und Gottes reichen Segen. Gleich nach der Messe ist Fototermin auf dem Pfarrhof. Ein Gruppenbild. So wissen wir später auch noch, wer alles da war. Und schon steht der nächste Termin an. Wir sind eingeladen in den Konvent. Auch die Ordensschwestern, allen voran Mutter Äbtissin Gabriela Hesse, wollen uns beglückwünschen. Und weil es im Kloster so schön ist, werden hier noch Hochzeitsfotos gemacht. Was mit der Zeit dann auch anstrengend ist. Also haben wir uns jetzt unseren Kaffee verdient. Im Lehndorfer Gasthaus gibt es Kuchen, Schnitten und, jetzt kommt`s, die Hochzeitstorte. Die dürfen wir anschneiden. Und gleich das erste Stück essen. Lecker! Später wird getanzt, geschwatzt, gelacht. Und Abendbrot gegessen. Wir wollten ein Büfett, und wir haben es bekommen. Wunderschön anzusehen, total lecker. So wie Herr Kubitz es versprochen hat.

Wir zwei hatten einen wundervollen, traumhaften Tag. Mit vielen uns lieben Menschen. Und wollen zum Schluss all denen Danke sagen, die uns geholfen haben, unsere Hochzeit zu einem so, so schönen Tag werden zu lassen,

Sandra und Ronny