Die nächste Etappe unserer Pilger

Nach einem ausgesetzten Jahr wurde Anfang Juli der Pilgerweg wieder aufgenommen. Von Riesa nach Wurzen führte die Tour und erweiterte so die insgesamt zurückgelegte Strecke auf ca. 170 km. Wie es in diesem Jahr war…Vom 4.-7. Juli war das Pilgern 2021 angesetzt. 10 Menschen machten sich auf den Weg, den Jakobsweg fortzusetzen, wo er zuletzt geendet hatte. Abreise war am Sonntag mit Bus und Bahn nach Riesa. Schon beim Verlassen des Klostergeländes herrschte gute Stimmung, weil Gäste des Klosterstübchens Blasmusik organisiert hatten. Da fühlt man sich doch gleich als Delegation der Wohngemeinschaft Maria-Martha feierlich und gebührend verabschiedet. Als man in Riesa einquartiert war, genossen alle ein Abendessen bei einem wunderbaren Italiener.

Aus Riesa startete die 10köpfige Gruppe am Montag im Regen. Nach einem zweiten Frühstück beim Bäcker und nach der ersten Andacht samt Pilgerlied ging es los. Jeder Tag war unter ein Motto gestellt. So begleitete die Gruppe den ganzen Tag hindurch der Leitsatz „Ich gehe und schaue in die Weite“. Die Laufenden reflektierten mehrmals ihre Eindrücke und Erfahrungen, ihre Gedanken und Assoziationen. Entlang der Elbe klarte das Wetter auf und es war ein vergleichsweise angenehmer Marsch. Das Tagesetappenziel war Schmannewitz. Kurz vor dem Ziel wurden alle nochmal kurz nass, aber bis das Rüstzeitheim erreicht war, war das auch vergessen.

Das Haus an sich stieß auf große Freude bei unseren Pilgern. Man wurde gastfreundlichen empfangen. Das gute Essen ließen sich unsere Wanderer nach dem anstrengenden Tag besonders schmecken und währenddessen wurde ein letztes Mal das Tagesmotto betrachtet.

Vor Ort wartete eine kleine, ungeplante Überraschung, denn das Gelände war ebenfalls von einer 4. Klasse für deren Abschlussfest genutzt. Als die Lehrerin hörte, dass unsere Pilger „aus dem Sorbischen“ kommen, legte sie eine kleine letzte Stunde Praxisunterricht ein, denn das Thema „Die Sorben“ war von der Klasse kürzlich behandelt worden. Auch wenn die Begeisterung der Kinder anfänglich zu wünschen übrigließ, entwickelte sich ein angeregter Austausch und viele, schließlich doch interessierte Kinderfragen konnten beantwortet werden.

Der nächste Tag begann so lecker und freundlich wie der Vorhergehende geendet hatte. Der Tagesplan sah vor, von Schmannewitz nach Melkewitz zu laufen und sich dabei dem Leitspruch „Ich gehe und schaue nach innen.“ zu widmen. Es war sehr warm, aber ein durchnässender Regenguss blieb der Gruppe dennoch nicht erspart. Auf dem Pferdehof in Melkewitz wurden alle von Mutter und Tochter sehr herzlich begrüßt und in Empfang genommen. Die Unterkunft war „Luxus pur“ wie unsere begleitende Physiotherapeutin befand. Auch dieser Tag durfte in der gemeinsamen Runde nochmals Revue passieren, bevor sich alle recht schnell zurückzogen, um dem Fußball-EM-Spiel Italien gegen England vor dem Fernseher beizuwohnen.

Am Mittwoch, dem letzten Tag der Reise, widmete man sich dem Motto „Was kann ich loslassen?“. Doch bevor es losging, ließ man sich viel Zeit beim Frühstück. Wenn schon Luxus, dann auch genießen! Die Tour endete am späteren Nachmittag in Wurzen am evangelischen Dom, wo man die Abschlussandacht hielt. Eigentlich wollte man auch mal eine katholische Kirche besuchen, aber da sich diese in Renovierung befindet, stand das leider nicht zur Option. Unsere tapferen Pilger gönnten sich noch ein wunderbares Eis bevor sie zum Bahnhof aufbrachen.

Die Zeit bis zur Ankunft des Zuges verbrachten unsere erschöpften Läufer in einem nahegelegenen Park und machten dabei eine schöne Entdeckung, die den Kreis in die sorbische Heimat erneut schloss. Denn in diesem Park befindet sich ein Denkmal einer Krankenschwester mit einem Soldaten. Aus den Erläuterungen konnte man entnehmen, dass die Krankenschwester Elsa Brändström darstellt. Neben ihrem Wirken in Wurzen und anderswo auf der Welt war sie auch im Marienborn in Schmeckwitz tätig. So fanden unsere Pilger einen schönen Anknüpfungspunkt an unsere heimischen Gefilde.

Als die 10 Leute gegen halb 9 abends müde aber zufrieden wieder in Panschwitz eintrudelten, wurden sie von Betreuten der AWG erfreut in Empfang genommen. So fand eine inzwischen feste Größe im Jahreslauf der WGMM ihre Fortsetzung. Weitere Etappen folgen.