Die Brücke zwischen Dir und mir

Alljährlich im September nehmen die Bewohner_innen der Wohngemeinschaft Maria-Martha an einer Wallfahrt für Menschen mit Behinderung teil. Während die ersten bereits gegen 8 Uhr zu Fuß das Kloster in Richtung Rosenthal verließen, starteten die meisten unserer Bewohner_innen später von Räckelwitz aus ihren Pilgerweg. Durch die Felder führte der Weg bei Temperaturen, die so manchen bereits die Winterjacke hervorholen ließen. Unterwegs waren durch die Förderschule (G) gestaltete Plakate aufgestellt, die zu Andacht und Gebet einluden. Das diesjährige Motto lautete „Die Brücke zwischen Dir und mir“ und bot zahl reiche Anknüpfungspunkte zum Alltag unserer Bewohner_innen.

Wer mit dem Auto nach Rosenthal fuhr, kam in den Genuss eines wahrlich nicht alltäglichen Ereignisses, nämlich eines Staus im Rosenthaler Wald. Denn auch die Bewohner_innen aus Schmeckwitz hatten sich auf den Weg gemacht. Oder besser auf die Straße…

Um halb 11 begann der Gottesdienst, zu dem auch Pilger_innen aus Lieske und Bautzen eingetroffen waren. Die heilige Messe war lebhaft gestaltet durch alle teilnehmenden Einrichtungen. Pfarrer Bulisch, der ein solches Event zum ersten Mal miterlebte, und Diakon Klose nahmen gekonnt Bezug auf die zahlreichen Möglichkeiten des Brückenbaus im Alltag und unser Kaufmännischer Leiter Herr Mikwauschk sorgte neben dem Mitarbeitenden-Chor aus Schmeckwitz mit vollem Einsatz für die musikalische Umrahmung.

Das anschließende Mittagessen stand auf dem Gelände von St. Johannes in Schmeckwitz bereit. Schnell eilten die Zuständigen an die Grills und selbst Diakon Klose half spontan beim Wenden der Würstchen. Zum Essen wurde auch die tatkräftige Unterstützung durch die Caritas-Sozial-Schüler aus Bautzen deutlich. Unermüdlich füllten sie Teller und verteilten das Essen. An den Tischen gab es kurzweilige Gespräche über all das, was der aufregende Tag jenseits des Arbeitsalltages schon bereitgehalten hatte.

Zwischen Mittagessen und dem Highlight des Tages gab es ein buntes Angebot von kreativen, musikalischen und körperlichen Aktivitäten. Ob Ketten basteln, Tücher schwingen oder dem alljährlich sehr beliebten Trommeln, jede_r fand das Passende für sich.

Und dann war es so weit. Das Highlight stand bevor: In diesem Jahr eine Zaubershow mit Gerard, dem Magier. Er sorgte für heitere Aufregung, denn Gegenstände wechselten ihren Platz, waren plötzlich in verschnürten Schachteln wiederzufinden oder fielen durch massive Platten. Auch unser Herr Mikwauschk konnte eben getrunkenen Saft plötzlich aus dem Daumen tropfen lassen… Für solchen Schabernack ist Gerhard Robel aus Schmerlitz immer zu haben und wir freuen uns, dass er sich die Zeit genommen hat, die Pilger über die Brücke der gemeinsam erlebten Freude zu verbinden.

Wer nun noch Muße hatte, für den standen vor der Heimfahrt gegen um 3 Kaffee und Kuchen bereit. Und dann nahm der tolle Tag schließlich sein Ende. So manche_r wird auf dem Heimweg die Brücken gesucht haben, die auf dem Weg genutzt wurden.

Wir danken herzlich allen, die an der Planung und Organisation der diesjährigen Wallfahrt bereits lange im Voraus beteiligt waren. Vergelt´s Gott!