Bon Camino – Pilgern 2018

Die diesjährige Pilgertour führte uns am 7. und 8. Juni wieder auf den sächsischen Jacobsweg – diesmal von Weißenberg nach Schmochtitz. Fast die gleiche Gruppe wie im Vorjahr machte sich auf den Weg. Mit dabei das frischgebackene Ehepaar Dietmar und Ramona.

Der Tag begann sehr früh. Der Bus brachte uns nach Bautzen, wo Frau Fiedler zu uns stieß und weiter ging es nach Weißenberg. Vom schönen Marktplatz führte der Weg zur Kirche, die gerade geöffnet wurde. So konnten wir uns mit Gebeten, Fürbitten und Liedern in schönem Rahmen auf das Pilgern einstimmen. Die Kirche steht auf dem Friedhof und wir gingen wie beim letzten Mal zum Grab des 17jährigen Soldaten, gedachten seiner und der vielen Toten der Kriege und beteten um Frieden. Etwas nachdenklich, doch gutgelaunt und frohgemut liefen wir dem Tag entgegen, der sehr warm zu werden versprach. Die Natur war herrlich.

Zunächst ging es durch die Gröditzer Skala. Ein wunderschöner und auch etwas abenteuerlicher Abschnitt. Der verschlungene Pfad am Fluss war zwar schattig, doch mit einigen Herausforderungen gespickt. So waren die Wege teilweise abschüssig, wir mussten eine Brücke überqueren, die nur wenig mehr als ein Baumstamm mit Geländer war, und die Männer mussten mit ihren Pilgerstöcken immer wieder den Weg von wildwachsenden Büschen befreien. Nach einer kleinen Rast auf einem Privatgrundstück, wo unsere Pilgergruppe auch im letzten Jahr schon gastfreundlich empfangen worden war, ging es weiter bis zum Schloss in Drehsa.

Unterwegs erfreuten wir uns an der wunderbaren Natur und führten schöne Gespräche in immer wieder wechselnden Gruppen. Wir naschten herrliche Kirschen direkt von Baum.  Wir fanden immer wieder Gelegenheiten zu geistlichen Impulsen und beteten am Wasserschloss in Wurschen den „Engel des Herrn“.

In Drehsa auf dem Rasen unter raschelnden Bäumen wurde die große Mittagsrast eingelegt. Das mitgebrachte Picknick wurde ausgepackt und verspeist und die eine oder der andere nutzte die Gelegenheit für ein Mittagsschläfchen. Nun folgte eine anstrengende, schattenlose Strecke in Richtung Kubschütz. Alle überwanden das Stück und seine Strapazen. Zur Belohnung gab es eine schöne Rast auf den Pilgerbänken und kühle Getränke.  Wir sammelten Kraft für den letzten Wegeabschnitt des Tages, der eigentlich entlang der endlos erscheinenden Löbauer Straße in Bautzen verläuft. Wir entschieden uns für die abwechslungsreichere und etwas schattigere Route parallel zur Hauptstraße durch ein Wohngebiet. Gegen 18 Uhr kamen wir abgeschlagen und doch zufrieden mit dem Tagwerk an der Jugendherberge an. Wir genossen das Abendbrot und saßen noch ein wenig in gemütlicher Runde zusammen, ehe man sich „Gute Nacht“ wünschte.

Der nächste Tag begann mit den gewohnten Ritualen: Frühstück, Verpflegung einpacken, Sachen packen, Zimmer räumen, Pilgersegen. Es zeichnete sich ab, dass die Hitze des Vortages sich wiederholen sollte. Der Weg nach Schmochtitz führte zunächst durch die wunderbare Bautzener Altstadt, dann weiter nach Salzenforst. Auch die Impulse am Wegrand fehlten nicht. Mit kleinem Umweg kurz vorm Ziel erreichten alle gegen Mittag Schmochtitz, wo wir die Pilgerstempel bekamen. In der Kapelle beschlossen wir die 2 Tage, dankten für die berührenden Erlebnisse, die wohlbehaltene Ankunft und vor allem für das Erlebnis dieser schönen Gemeinschaft. Die Worte der einzelnen Teilnehmer_innen waren sehr bewegend. Es wurde der feste Vorsatz geäußert, sich im nächsten Jahr wieder auf den Weg zu machen. Herzlichen Dank an alle, die diese Pilgertour ermöglicht haben.