16. Gespannausfahrt – 2021

Der letzte Samstag im September war ein markantes Datum, auf das sich schon viele Betreute in der Wohngemeinschaft vorbereitet hatten. Sonnig und unerwartet warm war es, als in der Mittagszeit nach und nach die Gespanne auf dem Klosterhof eintrudelten.

Ein großes Hallo gab es unter den Fahrern und den Betreuten. Aber auch die Fahrer unter sich sehen sich ja nicht so oft, vor allem nicht in so einer großen Runde. Schnell wurde klar, dass wir in diesem Jahr den bisherigen Teilnehmer-Rekord brechen würden, denn teils standen die Fahrzeuge in Zweierreihen im Rund des Klosterhofes. Jede_r Bewohner_in fand recht schnell ein passendes Plätzchen in einem Beiwagen oder einem anderen Fahrzeug. Die Auswahl war groß. Schon unser Urkundenfotograf stellte fest, dass es diesmal mehr Teilnehmer als sonst seien. Als die Bilder ausgewertet waren, verzeichneten wir 70 Gespanne, 18 Motorräder, 4 „Dreiräder“ und 7 Autos, die mit von der Partie waren. Zum ersten Mal fuhren gegen halb 2 sogar Gespanne leer vom Hof, was dem guten Willen der Fahrer aber sicher keinen Abbruch tat.

Für uns ist es in jedem Fall eine riesige Ehre, dass so viele und immer mehr werdende stolze Gespannbesitzer ihr Gefährt aus der Garage holen und teils stundenlange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um mit uns diesen besonderen Nachmittag zu verbringen. Die Väter begeistern ihre Söhne, diese bringen ihre Freunde mit. Es ist faszinierend! Und auch immer mehr Fahrerinnen sind am Start. Wunderbar!

Das diesjährige Ziel war wie bereits in 2018 das kleine Dorf Wessel bei Milkel. Der Weg von Panschwitz-Kuckau nach Wessel ist ruhig, naturnah und hügelig und hat zum Spaß der Fahrer zahlreiche Kurven. Man ließ sich die spätsommerliche Luft um die Nase wehen und freute sich heimlich auch schon auf den gastfreundlichen Empfang am Teich. Nach einer halben Stunde unterwegs begrüßten jubelnde Menschen mit großen Bannern die Ankommenden. Der frisch gebackene Kuchen wartete samt Kaffee bereits. Unter freiem Himmel verbrachte man Stunden, die für jede_n Betreute_n und für jede_n Fahrer_in besonders sind. Begegnen sich doch zwei Menschengruppen, die im Alltag nicht die größte Schnittmenge teilen. Auch auf dem Grill und in der Gulaschkanone warteten deftige Leckerbissen auf die Fans des Herzhaften. Für die Bewohner war es gleich das inbegriffene Abendessen und satt wurde zweifellos jede_r Anwesende.

In diesem Jahr gab es eine kleine Änderung im Procedere. Die heißbegehrten Teilnehmerurkunden wurden bereits in Wessel an die Fahrer_innen verteilt, weil es in unserem Josefshaussaal etwas eng geworden wäre. Auch unsere Betreuten konnten es dann kaum erwarten, ihre Bilder in Empfang zu nehmen. Doch damit mussten sie auf zu Hause warten, wo die Urkunden in den Häusern bereitlagen.

Zur Abreise wurde durch die Menschen in Wessel nochmal gewinkt und gefilmt, was das Zeug hielt. So eine Attraktion mit Getöse und Geknatter muss man einfach in Bild und Ton festhalten. Wir bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich und ganz herzlich bei allen Mitwirkenden in Wessel, die tagelang organisiert, geräumt, gebacken und gegrillt haben, um uns so freundschaftlich zu empfangen. Es hat uns mächtig Freude gemacht, bei euch zu sein. Tausend Dank dafür!

Nochmals genossen unsere Betreuten die Fahrt durch die Lausitz und kehrten alle gut zurück ins Kloster, wo die Teilnehmer_innen sich noch etwas umsahen und die Veranstaltung sich nach und nach auflöste.

Ein herrlicher Tag ging zu Ende, an dem uns die Wetterfee wiedermal hold war. Und bei alledem muss natürlich auch betont werden, dass Sonne, frische Luft und vor allem Freude das Immunsystem ganz besonders stärken.