Wallfahrt nach Wechselburg

Am 14. September wirkte der Innenhof des Klosters recht verwaist. Es waren kaum Mitarbeiter_innen und noch weniger Bewohner_innen zu sehen. Grund dafür war die Wallfahrt nach Wechselburg, der bereits seit längerem als Highlight entgegen gefiebert wurde.

Doch der Tag begann für die meisten noch früher als zur Abfahrt um 7:45 Uhr. Bereits Viertel nach 7 traf man sich im Annahaus zum Fest Kreuzerhöhung. Mit einer schönen Andacht wurde der Kreuzerhöhung gedacht, die nach einer glimpflich überstandenen Gelbsucht-Epidemie im Maria-Martha-Heim im Jahr 1973 zum ersten Mal stattfand. Das waren die ersten Lieder und Gebete an diesem Tag. Aber es sollten Unzählige folgen.

Auf der Busfahrt nach Wechselburg und auch schon vorher wurden unsere Bewohner_innen auf diesen besonderen Tag eingestimmt. Wieder wurden Lieder gesungen und Gebete gesprochen. Der Busfahrer und unsere Kolleg_innen moderierten die zweistündige Reise, so dass die Zeit wie im Fluge verging. In Wechselburg angekommen gab es einen Fußweg über die Zwickauer Mulde und hinauf ins Kloster zurückzulegen.

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Diese Wallfahrt war speziell für Menschen mit Behinderung konzipiert worden und stand diesmal unter der Organisation des CSW. Zum großen Thema „Feuer“ fanden sich ca. 300 Menschen ein, um einen gemeinsamen Tag im Glauben zu leben. Aus allen sozialen Einrichtungen des Klosters St. Marienstern waren Menschen mitgefahren.

Als an diesem heißen Spätsommertag jeder seinen schattigen Platz auf einer der Bänke gefunden hatte, begann der ökumenische Wallfahrtsgottesdienst unter der Leitung von Altbischof Reinelt und Diakon Klose. Im Vorfeld waren alle aufgerufen worden, Kerzen mitzubringen. So wurden alle bunt verzierten Kerzen zum Segnen gebracht. Unser Wirtschaftsleiter Christoph Mikwauschk sorgte für die musikalische, feierliche Untermalung. Acht Schülerinnen der Caritas Fachschule Bautzen im Fach Sozialassistenz hatten eine Tanzdarbietung für die Ausgestaltung des Gottesdienstes einstudiert.

Im Anschluss begab man sich auf eine interessante Besichtigung des Klostergeländes, das seit 1993 wieder von Benediktinermönchen bewohnt ist. Inzwischen war es Zeit für das Mittagessen. In Zelten und im Freien war für verschiedene Gerichte und viel Platz für alle Wallfahrer_innen gesorgt.

Die Organisatoren hatten im Freigelände verschiedene Stationen aufgebaut, an denen alle sich bei Spielen und Geschicklichkeitsparcours, Workshops und Gesprächsrunden betätigen konnten. Einer der Pater bot eine Führung durch die Wallfahrtskirche an und gab zahlreiche Erklärungen im Gebäude. Nach dem gemeinsamen Kaffee und bevor es gegen halb 4 zur Abschlussandacht kam, wurde das Thema des Tages noch einmal durch eine beeindruckende Feuershow verdeutlicht. Es wurden Fackeln jongliert, brennende Lassos geschwungen und Feuer gespuckt. Auf der Rückfahrt reflektierte man den Tag nochmals und gegen 18 Uhr waren alle wieder zu Hause.

Die Wallfahrt, die alle zwei Jahre stattfindet, war für unsere Beteiligten eine gelungene Veranstaltung. Unser besonderer Dank geht an die Organisatoren und vor allem auch an die Klasse der Sozialassistent_innen aus Bautzen. Wir danken für die Unterstützung während dieses langen, heißen Tages, an dem alles reibungslos geklappt hat.