Besuch in der Galerie „Neue Meister“ in Dresden

Diesen Beitrag schrieb unsere Mitarbeiterin Anna aus Ungarn…

Wenn man im Duden das Wort abstrakt nachschlägt, findet man die folgende Definition: „…Züge aus etwas Konkretem, sinnlich Wahrnehmbarem ableitend.” Vielleicht würde man jetzt die Frage stellen: Okay, gut… aber was will mir dieser Artikel beibringen?

Im diesem Jahr wurde ein kleines Zimmer im Teresahaus eingerichtet. Wenn man reingeht, fühlt man sich wie zu Hause. Hell, Kräuter-Duft, Kunst. Aus dem Garten des Heimes kann man sich auch durch das Fenster ein paar bunte Bilder angucken. Es ist die kleine Insel von Frau Schiller, die mit den Bewohnern kreative Beschäftigung macht.
In der letzten Zeit hat sie begonnen, mit ähnlichen Methoden zu arbeiten, wie Gerhard Richter malt. Er ist ein ganz moderner, zeitgenössischer Künstler, der seine Werke im Sinn von abstrakt macht. Bei seinen Bildern kann man sich nur auf seine Wahrnehmung verlassen. Nach den früheren Erfahrungen spielt die Wahrnehmung von Farben eine große Rolle in der Arbeit von Frau Schiller. Sie meint, es ist wichtig, mit den Bewohnern durch die Farben zu kommunizieren, unterschiedliche Gefühle zu vermitteln.

Anett, Dominique und Carmen haben ihre eigenen Interessen in der Farbtontechnik gefunden. Um diese Erlebnis noch weiterzuentwickeln hat Frau Schiller einen ganz einzigartigen Ausflug geplant. Wir sind nach Dresden gefahren, um die Ausstellung von Gerhard Richter anzusehen. (Anmerkung der Redaktion: Diese Fotos möchten wir hier aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.) In der Galerie waren wir schon von der Ausstattung fasziniert. Ein riesengroßer Saal, wo man schon seinen eigenen Atem hören kann. Die Bewohner haben die großen Bilder angeschaut, ein paar mal haben wir vor den Bildern gesessen und einfach den Anblick reingelassen.

Dank diesen Ausflug haben unsere Bewohner ganz verschiedene Dinge kennen gelernt, die für uns schon ganz selbstverständlich sind. Diese waren zum Beispiel, wie man eine Galerie besucht, die Bilder selbst, die unterschiedlichen Handtrockner, die es eigentlich im unseren Haus nicht gibt. Bei den elektronischen Handtrocknern waren sie so begeistert, dass sie alle Geräte ausprobiert haben, ob sie wirklich funktionieren. Oder die Fahrstühle, die durchsichtig waren, und eine schöne Aussicht auf die Einrichtung geboten haben. Die freie Wahl beim Eis essen an der Frauenkirche, wobei man die Luft von Dresden so konzentriert schnuppern kann. Oder die Tiefgarage selbst, dass man so runterfährt und den Weg finden soll, wieder unter dem freien Himmel zu sein. Die Menschen auf den Straßen, die Kutschen oder das Orgelkonzert in der Hofkirche.

Wir haben den Tag und seine Geschenke sehr genossen. Am nächsten Tag haben sich die Mädchen in der Internen Tagesstruktur gerne an den vorigen Tag erinnert.